1+1 = 3 oder Smart City und Smart Region zusammen gedacht

Ein Vortrag zum Marktplatz Deutschland.digital für Smart City und Smar Region

Die 73 Modellprojekte Smart Cities (MPSCs) arbeiten seit 2019 daran, die Smart-City-Entwicklung bundesweit voranzutreiben und werden dabei vom BMWSB (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) gefördert. In ganz Deutschland werden an diesen Experimentierstandorten nicht nur Strategien erarbeitet, sondern auch übertragbare Schlussfolgerungen gezogen. Diese sind gemäß des Open-Innovation-Prinzips öffentlich verfügbar. (Der Begriff »Open Innovation« bzw. »offene Innovation« bezeichnet die Öffnung des Innovationsprozesses von Organisationen und damit die aktive strategische Nutzung der Außenwelt zur Vergrößerung des Innovationspotenzials vgl. »What is open innovation?« – EU)

Es wird ersichtlich, dass im Forschungsprojekt Smarte.Land.Regionen einige Parallelen zum Ansatz der MPSCs gezogen werden können – mit dem Unterschied, dass hier der Fokus auf Landkreisen liegt. Die beiden Ansätze multiplizieren sich miteinander: So ist ein reger Austausch zwischen Projekten nicht zufällig, sondern durch die Zugehörigkeit des BMWSB zum Lenkungskreis von Smarte.Land.Regionen oder die gegenseitige Teilnahme an Veranstaltungsformaten strukturiert aufgesetzt. Hierbei stehen drei Bedarfe im Fokus: der bundesweite Marktplatz der digitalen Daseinsvorsorge (Marktplatz Deutschland.digital), die Softwarelösungen der MPSC-Projekte und die vier Softwaredienste aus dem Projekt Smarte.Land.Regionen.

Sie sind Teil der öfftentlichen Verwaltung, eine Stadt, eine Kommune oder ein Landkreis und möchten kostenfreien Zugang zum Marktplatz Deutschland.digital?

HIER entlang

Marktplatz Deutschland.digital: das Software-as-a-Service-Infoportal für alle smarten Kommunen

Gruppenfoto eines Workshops zum Marktplatz Deutschland.digital für Smart City und Smart Region.

Der Marktplatz Deutschland.digital nimmt sich der Herausforderung des Matchings zwischen Anbietern digitaler Lösungen und Kommunen an. Bislang lief der Softwarebeschaffungsprozess im ersten Schritt über Anfragen prominenter Suchmaschinen, was aufgrund deren Geschäftsmodells problematische Ergebnisse liefert (unter anderem: je mehr Geld an die Suchmaschine für bezahlte Werbung fließt, desto eher ist der Eintrag auffindbar). Wird anschließend ein passender Anbieter gefunden, ist man mit Websites des Anbieters konfrontiert, die nicht einheitlich aufgebaut sind und oftmals auch keine Preise nennen – die eigentlichen Informationen sind oft nur über einen Beratungstermin erfahrbar. Dies ist kein kommunales Phänomen, denn auch im privaten Bereich lief vor Jahren der Software-»Beschaffungsprozess« ähnlich heterogen ab. Doch seit mehr als einer Dekade sind Softwaremarktplätze (auch App Stores genannt) der Way to Go – sei es auf dem Smartphone oder auf dem Windows-, Linux- oder Mac-System. Der Marktplatz Deutschland.digital bedient sich der Erfolgscharakteristika von App Stores: Transparenz (Kosten, Datenschutz, Cybersicherheit etc.), einheitliche Darstellung aller Lösungen sowie eine zeitsparende Suche durch den App Store als zentrale Anlaufstelle. Darüber hinaus haben sich derartige einheitliche Informationsportale ebenfalls als Ort der Inspiration etabliert. Zum einen sind Marktplätze selbst ohne Vorkenntnisse und ohne Netzwerk im kommunalen Bereich hilfreich, um den Einstieg in den aktuellen Stand der Technik zu erhalten. Zum anderen ist der Marktplatz Deutschland.digital auch eine große Unterstützung, wenn bereits eine grobe Zielsetzung feststeht, wie z. B. digitales Umweltmanagement, sodass mit der passenden Kategorie das Überblicken aktueller Softwarelösungen effizient möglich ist.

Diese Art der Nutzererfahrung (auch User Experience, UX genannt) ist eines der Erfolgsrezepte von Softwaremarktplätzen und trifft die Bedarfe diverser kommunaler Akteure. So ist es nur logisch, dass die MPSCs die erste Nutzergruppe außerhalb des Forschungsprojekts war, die Zugänge zum Marktplatz Deutschland.digital beantragte. Mit dem Konzept, möglichst vielfältige digitale Lösungen anzubieten, stärkt der Marktplatz Deutschland.digital die Zusammenarbeit von öffentlichen Strukturen und Institutionen mit der Privatwirtschaft und insbesondere mit Start-ups. Nebenbei trägt dies auch zur digitalen Souveränität bei, da die nationale Softwarelandschaft nun eine bessere Möglichkeit hat, sich zu präsentieren, und durch Beauftragungen nachhaltige Software zum Gewinn für alle Bürgerinnen und Bürger etabliert werden kann.

Welche Lösungen für Kommunen finden sich auf dem Marktplatz?

Zunächst gelten bestimmte Zulassungskriterien. Etablierte App Stores verfolgen hier unterschiedliche Ansätze, wie stark Anwendungen bei Eintritt in den Marktplatz kontrolliert und geprüft werden. Zu hohe Einstiegshürden in Form von Prüfprozessen schrecken Anbieter zu sehr ab und machen den Zulassungsprozess zu kompliziert, wodurch die Nachfrage seitens der Anbieter sinkt. Andererseits stellen zu lasche Kriterien ein doppeltes Sicherheitsrisiko dar: Wenn wenig Kontrolle besteht, dann kann vor allem Schadsoftware für die Endnutzerinnen und -nutzer eingeschleust werden. Und falls Anbietern ungeprüft Zugang gewährt wird, stellt dies einen weiteren Angriffsvektor dar (vgl. »Building a Trusted Ecosystem for Millions of Apps«).

Der Markplatz Deutschland.digital hat daher einen Prüfprozess aufgesetzt, der grundlegend folgende Kriterien überprüft: Hinter der Lösung steht ein europäisches Unternehmen (USt.-ID.) mit einem Betreibermodell; die Lösung ist übertragbar auf andere Kommunen; klar erkennbarer Nutzen mit Fokus auf Kommunen und deutschsprachige Informationsmaterialien sind vorhanden.

Sind alle Kriterien erfüllt, kann die Lösung auf dem Marktplatz angeboten werden – das gilt sowohl für Lösungen von privatwirtschaftlichen Unternehmen als auch für diejenigen aus Förderkontexten wie den MPSC. Damit eröffnet sich für die deutschen Smart Cities und Smart Regions die Möglichkeit, voneinander zu profitieren, da über den Marktplatz Deutschland.digital das Informationsangebot vernetzt wird.

Verbreitung der vier SLR-Dienste in den MPSC

Das Motto »Das Rad nicht neu erfinden« funktioniert im Forschungsprojekt Smarte.Land.Regionen bereits: Durch die Öffentlichkeitsarbeit im Projekt wurden viele MPSC-Kommunen auf die vier Dienste aufmerksam, die neben dem Marktplatz entwickelt wurden:

  • Dienst 1 – LandRäume: Die Plattform LandRäume bietet ein Angebot an Räumen für jedes Anliegen, von Coworking bis zur Vereinssitzung.
  • Dienst 2 – kuubu: Ziel der kuubu-Plattform ist es, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Vereine oder ehrenamtlich Engagierte (Wissensanbietende) mit Wissenssuchenden zu vernetzen.
  • Dienst 3 – Landwohl: Landwohl möchte Angebote für ein gesundheitliches Fokusthema in den Vordergrund stellen und Sichtbarkeit für lokale Angebote erhöhen.
  • Dienste 4 – Comby: Die Software für die digitale Mitfahrbank und PlanBar und FahrBar: Die Software für die Organisation von Bürgerbussen.

So nutzten bereits 2023 gleich zwei MPSC-Projekte Dienst 1 – LandRäume. Gemäß unserer Open-Source-Strategie sind die vier im Projekt entwickelten Dienste in Kürze auf OpenCoDE verfügbar, damit sie gemeinsam weiterentwickelt werden können. Falls Sie nähere Informationen zu unseren Diensten benötigen oder einen Marktplatzzugang einrichten wollen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.